Tabata

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Tabata – oder was machen Judoka, wenn Sie keinen Judogi tragen?!

judo35_20150307_091603Mittwochs treffen wir uns um 20:00 Uhr in der Sporthalle der Waldschule um an unserer Kraft-Ausdauer und der Verbesserung unserer Sauerstoffaufnahme zu arbeiten. Wer uns bei der Vorbereitung auf das Training gesehen hat, wird sich gewundert haben, warum die Judoka ihre Matten auslegen, aber auf ihre traditionelle Kleidung, den Judogi, verzichten und stattdessen in sexy tights die Matte betreten. Wer länger bleiben würde, würde Tabata kennenlernen können. Tabata ist eine spezielle Form des High-Intensity Interval Trainings (HIIT), dass auf einer Studie von Dr. Izumi Tabata (Ritsumeikan University Japan) aus 1996 beruht. In dieser Studie hat Dr. Tabata untersucht, wie HIIT die Leistungsfähigkeit der olympischen Eisschnellläufer verbessern kann. Das Ergebnis: 20 Sekunden maximale Anstrengung gefolgt von 10 Sekunden Pause. Dies wird 8x wiederholt. Im Anschluss folgt 1 Minute Pause bevor mit einer neuen Übung der gleichen Intensität und Frequenz gestartet wird. Im Normalfall haben wir 12 unterschiedliche Übungen, die unterschiedliche Muskelgruppen ansprechen.

In den letzten Jahren hat sich Tabata zu einem elementaren Bestandteil des Leistungstrainings in vielen Sportarten entwickelt. Kraft, Ausdauer und Verbesserung der Sauerstoffaufnahme ist nicht nur bei Eisschnellläufern wichtig. Im Judo hat diese Trainingsform einen weiteren entscheidenden Vorteil: Der Shiai (Wettkampf)! Ein Shiai im Judo dauert je nach Altersklasse und Geschlecht bis zu 5 Minuten. In dieser Zeit wechseln sich kraftintensive Angriffs- und Verteidigungshandlungen mit weniger Intensiven taktischen (Wurf-) Vorbereitungen oder Kampfunterbrechungen ab. D.h. die Übungsdauer ähnelt der Wettkampfdauer mit ähnlich wechselnden Intensitäten. Sven Loll (Leitender Landestrainer des NJV und Leiter des Landesleistungszentrum, 7. DAN, Olympia 2. 1988 Seoul) nutzt diese Form des Trainings am OSP Hannover und der NJV hat im Frühjahr 2015 im Rahmen einer Trainerfortbildung den Einsatz auch im Breitensport nahegelegt.

Die meisten Übungen werden ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt. Wir nutzen dafür unsere Matte, Seile, Ringe, Sprossenwand, Reck und Bank. Seltener kommen auch mal Gewichte oder das Deuser-Band zum Einsatz. Wichtig ist die hohe Intensität in der aktiven 20 Sekundenphase, wo der innere Schweinehund überwunden werden will. Hat man das geschafft, kann man sich über die Ausschüttung jeder Menge Endorphine und den Muskelkater in den kommenden Tagen freuen.

Tabata ist nicht judospezifisch und wir freuen uns über alle TVE’ler, die an einem intensiven Training Interesse haben.

Wolfgang (3. DAN), Stefan (1. DAN) und Marion (1. Kyu)

Ein Stefan, Marion und Wolfgang mit einem Teil der Gruppe bei der Jahresabschlussrunde nach dem Training.